
Yiovetsi – Griechisches Rindfleischragout mit Kritharaki-Nudeln
Rezept für griechisches Rindfleischragout

Hauptspeise für 6 Personen
Zubereitungszeit: 3 Stunden
- Kill Emil
Yiovetsi: Comfort Food aus Griechenland
Yiovetsi – manchmal auch Giouvetsi oder Youvetsi geschrieben – gehört zu jenen Gerichten, die sofort Bilder von großen Familientischen, duftenden Öfen und langsamer, geduldiger Küche hervorrufen. Zart geschmortes Rindfleisch, eingebettet in eine aromatische Tomatensauce, trifft auf Kritharaki-Nudeln, die während des Garens alle Aromen aufsaugen. Heraus kommt ein Ofengericht, das gleichermaßen rustikal wie elegant wirkt und bis heute als Inbegriff griechischer Hausmannskost gilt.
Dieses Gericht steht für Wärme, Gemeinschaft und Tiefe im Geschmack. Kein schnelles Alltagsessen, sondern eine Mahlzeit, die Zeit braucht – und genau dadurch ihren unverwechselbaren Charakter entwickelt.
Ursprung und Geschichte
Hinter dem Namen Yiovetsi verbirgt sich eine faszinierende Etymologie. Das Wort leitet sich vom türkischen „Güveç“ ab, was ursprünglich das traditionelle Tongefäß bezeichnet, in dem das Gericht über Stunden im Holzofen gart. Während der osmanischen Besatzungszeit verschmolzen orientalische Gewürze mit der griechischen Vorliebe für Fleisch und Getreide.
Schon im 19. Jahrhundert fand das Gericht Einzug in die griechische Literatur und wurde zum Symbol für gemeinschaftliches Essen. Früher, als noch nicht jedes Haus einen eigenen Backofen besaß, brachten die Frauen ihre vorbereiteten Tonformen zum Dorfbäcker. Dort schmorten die Töpfe in der Resthitze des großen Ofens, bis das Fleisch butterweich und die Pasta mit dem Aroma der Sauce vollgesogen war. Heute ist es eine kulinarische Rückbesinnung auf diese Wurzeln – ein Stück Geschichte auf dem Teller.

Wann wird Yiovetsi gegessen?
Diese griechische Spezialität ist das klassische Sonntagsessen (Kyriakatiko) schlechthin. Es markiert den Moment, in dem der Alltagsstress abfällt und man sich Zeit für den Genuss nimmt. Besonders zu wichtigen Feiertagen wie Ostern wird es oft mit Lamm zubereitet, doch die Variante mit Rindfleisch ist der Ganzjahres-Favorit in griechischen Haushalten. Ob bei großen Familienfesten oder als wärmendes Abendessen an kühlen Herbsttagen – dieses Gericht vermittelt sofort ein Gefühl von „Zuhause“.

Die Hauptzutaten
Für ein authentisches Yiovetsi braucht es keine komplizierten Techniken, sondern erstklassige Produkte. Die Star-Besetzung für deine Einkaufsliste:
Das Fleisch: Rindfleisch (am besten eignen sich Teilstücke wie Rinderschulter oder Wade), das beim Schmoren herrlich zart wird.
Die Pasta: Kritharaki (Orzo oder Risoni). Diese kleinen Nudeln sind entscheidend für die Textur.
Die Basis: Sonnengereifte Tomaten (gehackt oder frisch), eine große Zwiebel, Knoblauch und Tomatenmark für die Tiefe.
Das Aroma: Ein Schuss Rotwein, natives Olivenöl extra und die „Heilige Dreifaltigkeit“ der griechischen Gewürze: Zimt, Lorbeer und Piment. Auch Nelken dürfen für das charakteristische Bouquet nicht fehlen.
Das Finish: Reibekäse wie Kefalotyri oder Myzithra (würzig und salzig). Wer es nicht bekommt, greift zu Ricotta Salata oder klassischem Feta.
Zubereitung und Varianten
Traditionell startet die Reise in einem Bräter oder einer „Gastra“ (Tontopf). Das Fleisch wird scharf angebraten, mit Rotwein abgelöscht und darf dann in einer würzigen Tomatensauce sanft köcheln, bis es fast von selbst zerfällt. Erst im Finale kommen die Kritharaki ins Spiel, die direkt in der Sauce im Ofen garen und so jede Nuance des Aromas aufsaugen.
Varianten für Entdecker:
Meeresfrüchte-Style: Auf den griechischen Inseln findet man oft Yiovetsi mit Garnelen oder Calamari – leichter, aber ebenso aromatisch.
Vegetarisch/Vegan: Pilze oder Linsen ersetzen das Fleisch hervorragend und sorgen für ordentlich Umami.
Nudel-Alternative: Wer keine Kritharaki hat, nutzt Hilopites (griechische Eiernudeln).
Tipps für das perfekte Ergebnis
Die Nudeln anrösten: Ein Geheimtipp ist es, die Kritharaki kurz in etwas Olivenöl anzubraten, bevor sie in die Flüssigkeit kommen. Das verhindert, dass sie zu weich oder matschig werden.
Die Flüssigkeits-Ratio: Achte darauf, dass immer genügend Fond vorhanden ist. Die Nudeln „trinken“ viel Flüssigkeit. Das Endergebnis sollte saftig und fast cremig sein, nicht trocken.
Geduld zahlt sich aus: Lass das Gericht nach dem Backen unbedingt 10–15 Minuten ruhen. In dieser Zeit setzen sich die Aromen, und die Konsistenz wird perfekt.
- Harmonische Würze: Achte auf die Balance der Aromen; Zimt und Nelken sollten das Gericht subtil unterstreichen und ihm eine warme Tiefe verleihen, ohne dabei die anderen Zutaten geschmacklich zu überlagern.

Yiovetsi: Ein Teller voller griechischer Geborgenheit
Yiovetsi ist weit mehr als nur ein Fleischragout mit Nudeln. Es ist eine Hommage an die langsame Küche und die griechische Gastfreundschaft (Philoxenia). Mit seiner Mischung aus herzhaftem Rindfleisch, einer samtigen Sauce und dem Duft von warmen Gewürzen ist es das perfekte Projekt für alle, die echtes Handwerk in der Küche schätzen. Einmal probiert, wird dieser griechische Klassiker garantiert zum festen Bestandteil deines Rezeptrepertoires.
Zutaten:
- 1 kg Rindfleisch aus der Schulter
- 350 g Kritharaki-Nudeln (alternativ Orzo, Risoni oder Vogelzungennudeln)
- 400 g Tomaten
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Tomatenmark
- 100 ml Rotwein
- 1 Zimtstange
- 4 ganze Pimentkörner
- 3 Gewürznelken
- 1 Lorbeerblatt
- 300 g Kefalotyri oder Myzithra, frisch gerieben (alternativ Ricotta Salata oder Feta)
- 100 ml Olivenöl extra vergine
- Salz und Pfeffer

Nährwerte & Allergene:
- Kalorien: ca. 4900 kcal
- Fett: ca. 380 g
- Kohlenhydrate: ca. 275 g
- Eiweiß: ca. 300 g
- Gluten: Kritharaki-Nudeln werden aus Hartweizengrieß hergestellt und enthalten Gluten. Für Personen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit nicht geeignet.
- Milch/Laktose: Kefalotyri, Myzithra sowie Alternativen wie Ricotta Salata oder Feta enthalten Milch. Für Menschen mit Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie relevant.
- Alkohol: Rotwein wird beim Kochen verwendet. Ein Großteil des Alkohols verdampft, Spuren können jedoch verbleiben.
- Histamin: Gereifte Käsesorten wie Kefalotyri oder Feta gelten als histaminreich und können bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen.
Zubereitung:
1. Rindfleisch in große Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Tomaten grob reiben.
2. In einem großen Schmortopf oder Römertopf das Olivenöl bei starker Hitze erhitzen. Fleisch darin rundherum anbraten, bis es leicht Farbe annimmt. Zwiebel und Knoblauch hinzufügen und 1 Minute mitbraten.
3. Tomatenmark einrühren und kurz anrösten. Rotwein zugießen und leicht einkochen lassen. Anschließend die Tomaten, Zimtstange, Pimentkörner, Lorbeerblatt, Gewürznelken, Salz und Pfeffer hinzufügen und gut vermengen.
4. Sobald die Mischung aufkocht, etwa 400 ml Wasser hinzufügen. Die Hitze reduzieren, Topf abdecken und das Fleisch etwa 2 Stunden bei niedriger Temperatur schmoren, bis es zart ist. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas Wasser nachgießen.
5. Backofen auf 200 °C vorheizen. Fleisch mit einer Schaumkelle aus dem Schmortopf nehmen und auf ein Tablett legen. Den entstandenen Bratensaft abmessen und bei Bedarf so viel Wasser hinzufügen, dass insgesamt etwa 1,3 Liter Flüssigkeit vorhanden sind.
6. Die Kritharaki-Nudeln in der Flüssigkeit kurz 4–5 Minuten kochen. Sie sollten noch Biss haben, wenn das Gericht fertig gebacken wird. Nudeln abgießen und in eine ofenfeste Form oder zurück in den Schmortopf geben.
7. Fleisch auf den Nudeln verteilen. Die Form ohne Abdeckung in den vorgeheizten Ofen stellen und etwa 30 Minuten backen, bis die Oberfläche leicht goldbraun wird.
8. Vor dem Servieren das frisch geriebene Kefalotyri oder Myzithra über das Gericht streuen. Sofort heiß servieren.
Menüvorschlag:
- Aperitif: Kanelada Zimtgetränk
- Vorspeise: Melitzanosalata – Griechischer Auberginenkaviar
- Hauptspeise: Yiovetsi – Griechisches Rindfleischragout mit Kritharaki-Nudeln
- Beilage: Dakos Kretasalat
- Dessert: Karidopita Nusskuchen
Soundvorschlag:
Wenn staubige Hip-Hop-Breaks auf die Wärme lateinamerikanischer Rhythmen und jamaikanischen Dub treffen, steckt meistens Kill Emil dahinter. Der in Athen ansässige Produzent und MPC-Virtuose ist seit 2009 eine feste Instanz im europäischen Underground und hat sich durch Kollaborationen mit Schwergewichten wie L’Entourloop oder The Architect einen Namen gemacht. Sein Sound ist mehr als nur Downtempo; es ist eine hochkarätige Mischung aus organischen Samples, komplexen Schichten und diesem einen unwiderstehlichen Groove, der ihn bereits auf die Bühnen neben Legenden wie Bonobo und Quantic gebracht hat.
Nach einer fünfjährigen kreativen Pause meldet sich der Beatmaker jetzt mit seinem neuen Longplayer „Déjà Vu“ (Banzaï Lab) eindrucksvoll zurück. Das Album ist eine Liebeserklärung an den instrumentalen Hip-Hop und beweist einmal mehr, warum Kill Emil als Meister der atmosphärischen Tiefe gilt. Zwischen nostalgischen Loops und frischen Soundscapes kreiert er einen Sound, der gleichermaßen in den Kopf und in die Beine geht. Wer auf der Suche nach dem perfekten Soundtrack zwischen urbanem Hustle und entspanntem Sundowner ist, kommt an diesem griechischen Schwergewicht nicht vorbei.
5 Songs zum Kochen:
Die Food'n'Bass Playlist:
YouTube
Spotify
Es gibt noch keine Bewertungen. Schreibe selbst die erste Bewertung!
Das könnte dich ebenfalls interessieren

Nigerian Beef Stew – Nigerianischer Rindereintopf
9. Oktober 2025
Senegalesischer Rinder Mafé
3. November 2024