Sernik – Polnischer Käsekuchen
Rezept für polnischen Käsekuchen
Dessert für 6 Personen
Zubereitungszeit: 1 Stunde + Ruhezeit: 1 Stunde
- EABS
Sernik: Polens cremiger Käsekuchen-Klassiker
Vergiss New York Cheesecake für einen Moment. Wenn es um echte Leidenschaft, Tradition und die perfekte Textur geht, führt kein Weg an Polen vorbei. Sernik ist nicht einfach nur ein Käsekuchen – er ist eine Institution. Ob mit dem bekannten Gittermuster aus Mürbeteig, fluffig-leicht oder reichhaltig mit Bakalie (Trockenfrüchten) veredelt: Sernik ist das Herzstück polnischer Gastfreundschaft.
Was ihn so besonders macht? Es ist die Seele des Kuchens, der Twaróg. Dieser spezielle, trockene Quark sorgt für eine Konsistenz, die irgendwo zwischen cremig und rustikal-fest liegt. Heute nehmen wir dich mit auf eine Reise in unser Nachbarland und zeigen dir, warum dieser Klassiker auf deiner Kaffeetafel nicht fehlen darf.
Ursprung und Geschichte
Die Ahnenforschung des Käsekuchens führt uns weit zurück. Schon im antiken Griechenland (ca. 350 v. Chr.) schwärmte man von Plakous, einer Mischung aus Ziegenkäse und Weizenmehl. Die Römer adaptierten das Rezept als Placenta und verbreiteten es in ganz Europa.
Doch wie kam der Sernik nach Polen? Die Legende besagt, dass König Jan III. Sobieski nach seinem Sieg in der Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683 das Rezept für den „Wiener Sernik“ aus Österreich mitbrachte. Die Polen, kreativ wie sie sind, gaben dem Rezept ihren ganz eigenen Twist. Aus dem bodenlosen Wiener Original entwickelten sich regionale Stars wie der Sernik Krakowski mit seinem markanten Teiggitter oder der üppige Königskuchen.
Heute ist er so beliebt, dass er sogar Weltrekorde bricht – der größte Sernik der Welt wog stolze 3,1 Tonnen!
Wann wird Sernik gegessen?
In Polen ist eigentlich immer Sernik-Zeit. Er ist der unangefochtene Star bei:
Ostern & Weihnachten: Ohne Sernik ist die Festtafel nicht komplett.
Hochzeiten: Ein Klassiker im Buffet-Repertoire.
Niedzielne popołudnie (Sonntagnachmittag): Zum starken Kaffee oder Tee in geselliger Runde.
Die Hauptzutaten
Die Magie liegt in der Qualität der Produkte. Für unser heutiges Rezept setzen wir auf eine Kombination aus feinem Mürbeteig und einer luftigen Quarkmasse.
Der Boden: Eine klassische Basis aus Mehl, Butter, einem Hauch Zucker und Ei. Er gibt den nötigen Crunch als Kontrast zur cremigen Füllung.
Das Herzstück (Die Füllung): Hier spielt der Quark die Hauptrolle. Getrennte Eier sind das Geheimnis: Während die Eigelbe für die Bindung sorgen, macht der Eischnee die Masse unnachahmlich locker.
Das gewisse Extra: Vanilleextrakt sorgt für das Aroma, während Rosinen, die in Orangenblütenwasser (oder Rum) eingeweicht wurden, für kleine, fruchtige Geschmacksexplosionen sorgen. Mandelblätter bringen den nötigen Biss.
Zubereitung & Varianten
Grundsätzlich wird zuerst ein mürber Teig hergestellt, der als Boden in die Form gedrückt oder leicht vorgebacken wird. Anschließend folgt die cremige Quarkmasse, die vorsichtig untergehobene Eiweißstruktur erhält. Nach dem Backen braucht Sernik Geduld – vollständiges Auskühlen ist entscheidend für die perfekte Konsistenz.
Beliebte Varianten in Polen:
Sernik krakowski – mit dekorativem Teiggitter
Sernik wiedeński – ohne Boden, besonders puristisch
Sernik królewski – mit Schokoboden und Streuseln
Sernik na zimno – ungebackene Variante mit Gelatine
Sernik z polewą czekoladową – mit Schokoladenglasur
Tipps für das perfekte Ergebnis
Temperatur-Check: Alle Zutaten für die Füllung sollten Zimmertemperatur haben. So verbindet sich alles ohne Klümpchen.
Keine Eile: Lass den Kuchen nach dem Backen im leicht geöffneten Ofen abkühlen. Das verhindert, dass die Mitte schlagartig absinkt (der Endgegner jedes Bäckers!).
Abtropfen lassen: Wenn du keinen originalen Twaróg findest, lass herkömmlichen Quark über Nacht in einem Tuch abtropfen. Je trockener der Käse, desto authentischer das Ergebnis.
- Volles Aroma: Noch aromatischer wird der Kuchen, wenn Rosinen vorher in Rum oder Orangenblütenwasser eingeweicht werden.
Ein Hoch auf die polnische Backkunst
Wer einmal das Zusammenspiel aus der herben Frische des Quarks und der feinen Süße des Orangenblütenwassers erlebt hat, versteht, warum dieses Rezept Generationen überdauert. Es ist das kulinarische Erbe Polens, das sich weigert, kompliziert zu sein, und stattdessen mit ehrlichem Geschmack überzeugt.
Vielleicht ist es genau diese unaufgeregte Perfektion, die den Sernik so unsterblich macht. Er braucht kein Chichi, keine glitzernden Toppings – nur eine gute Tasse starken Kaffee und die richtigen Leute am Tisch. Wenn der Puderzucker wie frischer Neuschnee über den Mandeln liegt und der Duft von Vanille durch die Wohnung zieht, dann ist das Polen-Feeling perfekt.
Zutaten:
- Für den Boden
- 200 g Weizenmehl
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 Prise Salz
- 50 g Zucker
- 1 Ei
- 90 g Butter
- Für die Käsefüllung
- 4 Eier (Eigelb und Eiweiß getrennt)
- 100 g Zucker
- 1 EL Vanilleextrakt
- 20 g Weizenmehl
- 500 g Quark (gut abgetropft)
- Zusätzlich
- 50 g Rosinen
- 3 EL Orangenblütenwasser (alternativ Rum)
- 50 g Mandelblättchen
- Puderzucker zum Bestäuben
Nährwerte & Allergene:
- Kalorien: ca. 3750 kcal
- Fett: ca. 220 g
- Kohlenhydrate: ca. 345 g
- Eiweiß: ca. 120 g
- Gluten: Enthalten durch Weizenmehl im Boden und in der Füllung. Bei Glutenunverträglichkeit durch glutenfreie Mehlmischung ersetzen.
- Ei: Enthalten durch insgesamt 5 Eier im Rezept – deklarationspflichtiges Allergen.
- Milch/Laktose: Enthalten durch Butter und Quark. Für laktosefreie Variante entsprechende Ersatzprodukte verwenden.
- Schalenfrüchte (Mandeln): Enthalten durch Mandelblättchen – stark allergenes Lebensmittel.
- Sulfite: Können in Rosinen enthalten sein (Konservierungsmittel). Verpackungshinweis beachten.
Zubereitung:
Vorbereitung (Zutaten: Zusätzlich)
1. Rosinen in eine kleine Schüssel geben und mit Orangenblütenwasser oder alternativ Rum übergießen. Etwa 1 Stunde quellen lassen, damit sie weich und aromatisch werden.
Teig herstellen (Zutaten: Boden)
2. Mehl, Backpulver, Salz und Zucker in der Rührschüssel vermengen und kurz mischen, bis alles gleichmäßig verteilt ist.
3. Kalte Butter in kleine Stücke schneiden, hinzufügen und zu einem sandigen, krümeligen Teig verarbeiten.
4. Ei zugeben und alles so lange verkneten, bis eine glatte Teigkugel entsteht.
5. Teig in Frischhaltefolie wickeln und für etwa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Füllung vorbereiten (Zutaten: Käsefüllung)
6. Backofen auf 150 °C Umluft (oder 170 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen.
7. Springform mit 24 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen. Rand einfetten und leicht bemehlen, um später ein einfaches Lösen zu ermöglichen.
8. Eiweiß in einer sauberen Schüssel steif schlagen und beiseitestellen.
9. Eigelb mit Zucker cremig rühren, bis die Masse hell und leicht schaumig wird.
10. Vanilleextrakt und Mehl unterrühren, anschließend den gut abgetropften Quark hinzufügen und zu einer glatten Creme verrühren.
11. Rosinen abgießen und vorsichtig unter die Käsemasse heben
12. Geschlagenes Eiweiß portionsweise unterheben – behutsam arbeiten, damit die luftige Struktur erhalten bleibt.
Zusammensetzen & Backen (Zutaten: Zusätzlich)
13. Gekühlten Teig gleichmäßig auf dem Boden der Springform ausrollen oder mit den Händen andrücken.
14. Käsefüllung darauf verteilen und die Oberfläche glatt streichen.
15. Mit Mandelblättchen bestreuen.
16. Kuchen etwa 55 Minuten backen, bis die Oberfläche leicht goldfarben ist und die Mitte noch minimal nachgibt.
Abkühlen & Servieren
17. Sernik im ausgeschalteten, leicht geöffneten Ofen oder bei Raumtemperatur vollständig auskühlen lassen. Beim Abkühlen setzt sich die Füllung leicht – das ist typisch.
18. Vorsichtig aus der Form lösen, auf eine Servierplatte setzen und vor dem Servieren großzügig mit Puderzucker bestäuben.
Menüvorschlag:
- Aperitif: Herbata Zimowa – Polnischer Wintertee
- Vorspeise: Pierogi – Gefüllte Teigtaschen
- Hauptspeise: Gulasz wołowy – Polnisches Rindergulasch
- Beilage: Kopytka – Polnische Kartoffelklößchen
- Dessert: Sernik – Polnischer Käsekuchen
Soundvorschlag:
EABS aus Wrocław spielen Jazz mit der Attitüde einer Hip-Hop-Crew. Entstanden aus nächtelangen Jam-Sessions im legendären Club Puzzle, hat sich das Quintett längst zum wichtigsten Export der polnischen Szene entwickelt. Ihr Rezept: Sie nehmen die DNA des polnischen Jazz – von Legenden wie Krzysztof Komeda bis Tomasz Stańko – und jagen sie durch den Fleischwolf von modernem Hip-Hop-Beats, Juke und House. Es ist diese „Reconstruction from Deconstruction“, die dafür sorgt, dass ihre Tracks nicht nach Museum klingen, sondern in den gleichen Playlists wie Yussef Dayes oder Kamasi Washington landen.
Mit ihrem Album „Reflections of Purple Sun“ (2024) schließen sie den Kreis zu ihren Wurzeln. Nachdem sie sich zuletzt mit interstellarem Afrofuturismus à la Sun Ra und pakistanischen Fusion-Klängen mit der Band Jaubi beschäftigt haben, knöpfen sie sich jetzt das Werk von Tomasz Stańko vor. EABS nehmen die Melancholie des „Slavic Spirit“ und verpacken sie in moderne Rhythmus-Labyrinthe, die so frisch klingen, dass man fast vergisst, dass die Vorlage über 50 Jahre alt ist. Wer auf der Suche nach Jazz ist, der im Club genauso funktioniert wie im Kopfhörer, kommt an EABS nicht vorbei.
5 Songs zum Kochen:
Die Food'n'Bass Playlist:
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