Pizzateig
Teig für ca. 4 x Ø 23 cm Pizzen
Zubereitungszeit: 30 Minuten + Ruhezeit: 1:45h
Pizzateig: Die Seele jeder Pizza
Kaum ein Teig steht weltweit so sehr für Genuss, Geselligkeit und Handwerk wie Pizzateig. Noch bevor Sauce, Käse oder Belag ins Spiel kommen, entscheidet er über Textur, Geschmack und Charakter einer Pizza. Ob luftig und elastisch wie in Neapel oder dünn und knusprig nach römischer Art – guter Pizzateig ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Zeit, Wissen und den richtigen Zutaten.
Zwischen Tradition und moderner Küche hat sich der Pizzateig zu einer echten kulinarischen Ikone entwickelt. Grund genug, ihm die Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient.
Ursprung und Geschichte
Die Geschichte des Pizzateigs beginnt lange vor der Pizza, wie wir sie heute kennen. Bereits in der Antike backten Menschen im Mittelmeerraum einfache Fladenbrote aus Mehl und Wasser. Im alten Ägypten wurde durch die Entdeckung der Hefe erstmals ein gelockerter Teig hergestellt – oft rund geformt und sonnenähnlich, ein frühes Symbol des späteren Pizzateigs.
In der griechischen Antike entstanden Brote wie plakous, verfeinert mit Öl, Kräutern, Zwiebeln oder Knoblauch. Auch römische Soldaten kannten flache Brote, die mit Käse oder Datteln belegt wurden. Diese einfachen Teige erfüllten vor allem einen Zweck: sättigen, schnell zubereitet, mit wenigen Zutaten.
Ein entscheidender Wendepunkt folgte in Italien. Besonders in Neapel entwickelte sich aus der sogenannten pizza bianca – einem schlichten, mit Fett, Kräutern oder Knoblauch aromatisierten Teig – die Grundlage der modernen Pizza. Die Einführung der Tomate aus Amerika im 16. Jahrhundert veränderte alles. Anfangs als giftig verschrien, fand sie im 18. Jahrhundert ihren Weg auf den Brotteig der ärmeren Bevölkerung Neapels.
Aus diesem einfachen Straßenessen entstand im 19. Jahrhundert ein kulinarisches Kulturgut. Mit der legendären Pizza Margherita von Raffaele Esposito im Jahr 1889 wurde der Pizzateig endgültig zur Bühne italienischer Esskultur. Heute ist die Kunst der neapolitanischen Pizzaioli sogar UNESCO-Weltkulturerbe.
Wofür Pizzateig verwendet wird
Pizzateig ist erstaunlich vielseitig. Klassische runde Pizza ist nur eine von vielen Möglichkeiten. In Italien und weltweit dient derselbe Grundteig als Basis für zahlreiche Varianten:
Pizza Napoletana und Pizza Romana
Pizza al Taglio vom Blech
Calzone und Panzerotti
Focaccia-ähnliche Brote
Pizzaschnecken, Fladen oder gefüllte Teige
Moderne Interpretationen wie Pinsas oder Pizzabrote
Je nach Hydration, Gehzeit und Backtechnik verändert sich die Textur – von weich und luftig bis extra knusprig.
Die Hauptzutaten
Ein klassischer Pizzateig lebt von folgenden Zutaten:
Für den Teig werden verwendet:
-
Weizenmehl T65
-
Salz für Geschmack und Teigstabilität
-
Zucker als Starthilfe für die Hefe
-
Trockenhefe oder frische Bäckerhefe
-
Lauwarmes Wasser zur Aktivierung
-
Natives Olivenöl extra für Elastizität und Aroma
Mehl vom Typ T65 sorgt für eine gute Balance zwischen Dehnbarkeit und Struktur. Olivenöl verleiht dem Teig Geschmeidigkeit, während eine kontrollierte Hefemenge für eine langsame, aromatische Gärung sorgt – ein entscheidender Faktor für Geschmack und Bekömmlichkeit.
Zubereitung und Varianten
Pizzateig braucht vor allem eines: Zeit. Eine langsame Fermentation verbessert nicht nur den Geschmack, sondern auch die Textur und Verdaulichkeit. Ob kurze Führung bei Raumtemperatur oder lange kalte Gare im Kühlschrank – beide Methoden haben ihre Berechtigung.
Beliebte Varianten entstehen durch kleine Anpassungen:
Höherer Wasseranteil für besonders luftige Teige
Längere Ruhezeiten für komplexere Aromen
Unterschiedliche Mehlsorten für rustikale oder feine Ergebnisse
Teige ohne Öl für klassische neapolitanische Ergebnisse
Teige mit Vorteig für noch mehr Tiefe
Auch regionale Stile spielen eine Rolle: Neapel steht für weich und elastisch, Rom für dünn und knusprig, moderne Küchen für kreative Hybridformen.
Tipps für richtig guten Pizzateig
-
Geduld zahlt sich aus – Hektik ist der größte Feind eines guten Teigs.
-
Hochwertiges Mehl macht einen spürbaren Unterschied.
-
Wasser sollte lauwarm, niemals heiß sein.
-
Salz nie direkt mit Hefe mischen.
-
Teig nicht überkneten – Struktur entwickelt sich während der Ruhezeit.
-
Formen lieber mit den Händen statt mit dem Nudelholz.
-
Hohe Hitze beim Backen sorgt für optimale Ofentriebe.
Pizzateig als Handwerk & Genuss
Pizzateig ist weit mehr als nur eine Grundlage. Er ist Geschichte, Handwerk und Ausdruck kulinarischer Kultur. Aus einfachen Zutaten entsteht durch Zeit, Technik und Leidenschaft ein Teig, der weltweit Menschen verbindet.
Ob klassisch neapolitanisch oder modern interpretiert – wer den Teig versteht, versteht die Pizza. Und genau hier beginnt der wahre Genuss.
Zutaten:
- 600 g Weizenmehl Type T65
- 2 TL Salz
- 1 TL Zucker
- 7 g Trockenhefe oder 15 g frische Hefe
- 330 ml lauwarmes Wasser
- 60 ml natives Olivenöl extra
Nährwerte & Allergene:
- Kalorien: ca. 2450 kcal
- Fett: ca. 105 g
- Kohlenhydrate: ca. 315 g
- Eiweiß: ca. 70 g
- Gluten: Enthalten im Weizenmehl (T65) – relevant bei Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit.
- Hefe: Enthalten – kann bei empfindlichen Personen Unverträglichkeiten auslösen.
Zubereitung:
Zubereitung mit der Küchenmaschiene
1.1. Mehl, Salz und Zucker in die Schüssel einer Küchenmaschine mit Knethaken geben und kurz vermengen. Bei Verwendung von Trockenhefe diese direkt zum Mehl geben und auf niedriger Stufe untermischen. Frische Hefe alternativ in etwas lauwarmem Wasser auflösen.
1.2. Anschließend die Hefe zusammen mit dem Wasser und dem Olivenöl zur Mehlmischung geben.
1.3. Alles bei niedriger Geschwindigkeit etwa 3–4 Minuten kneten, bis sich der Teig langsam von den Schüsselrändern löst.
1.4. Den Teig 15 Minuten ruhen lassen. Danach weitere 3–5 Minuten auf mittlerer, langsamer Stufe kneten, bis eine glatte, elastische Teigstruktur entsteht.
Zubereitung per Hand
1.1. Für die Handarbeit alle Zutaten in einer großen Schüssel mit einem Holzlöffel vermengen. Anschließend auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und 5–10 Minuten kräftig kneten, bis sich der Teig vom Untergrund löst.
1.2. Auch hier den Teig 15 Minuten ruhen lassen, danach nochmals 5–10 Minuten weiterkneten, um eine geschmeidige Konsistenz zu erreichen.
Gehzeit & Formen
2. Ein großes Gefäß leicht einölen. Teig zu einer Kugel formen, hineingeben und mit einem sauberen Küchentuch abdecken.
3. Teig an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Alternativ über Nacht luftdicht verpackt im Kühlschrank ruhen lassen.
4. Arbeitsflächen oder Backbleche bemehlen. Teig in vier gleich große Portionen teilen und zu Kugeln formen.
5. Teiglinge abdecken und nochmals 30 Minuten gehen lassen, bis sie sichtbar aufgegangen sind.
Weiterverarbeitung
6. Jede Teigkugel zu einem runden Pizzaboden von ca. 23 cm Durchmesser ausziehen, dabei den Rand etwas dicker lassen.
7. Nach Belieben mit Sauce bestreichen und belegen.
Zubereitungsvorschläge:
-
Pizza Margherita: Der zeitlose Klassiker aus Neapel: Ein luftig-elastischer Pizzateig wird dünn ausgezogen, mit aromatischer Tomatensauce bestrichen und mit Mozzarella sowie frischem Basilikum belegt. Beim Backen entsteht ein knuspriger Rand mit weichem Inneren – pur, ausgewogen und bis heute die Referenz für guten Pizzateig.
- Pizza Marinara: Eine der ältesten Pizza-Varianten überhaupt. Der Pizzateig dient hier als Bühne für Tomaten, Knoblauch, Oregano und Olivenöl. Ohne Käse, dafür mit intensivem Geschmack. Ideal, um die Qualität des Teigs und der Sauce in den Vordergrund zu stellen.
- Pizza Bianca: Ganz ohne Tomatensauce zubereitet. Der Teig wird mit Olivenöl bestrichen und oft mit Mozzarella, Ricotta, Kräutern oder dünn geschnittenem Gemüse belegt. Besonders beliebt als feine, elegante Variante oder als Basis für saisonale Zutaten wie Spargel oder Pilze.
- Pizza Quattro Stagioni:: Ein klassisches Beispiel für die Vielseitigkeit von Pizzateig. Der Teig wird in vier Bereiche unterteilt und mit unterschiedlichen Belägen belegt – etwa Artischocken, Schinken, Pilzen und Oliven. Jeder Abschnitt erzählt seine eigene geschmackliche Geschichte.
- Pizza al Taglio: In rechteckiger Form gebacken und in Stücke geschnitten. Der Teig ist meist etwas luftiger und wird auf dem Blech gebacken. Ideal für kreative Beläge, häufig serviert in römischen Bäckereien und Pizzastuben – unkompliziert, modern und perfekt zum Teilen.
- Calzone: Der Pizzateig wird zu einer gefüllten Teigtasche geformt und verschlossen gebacken. Innen bleiben Käse, Gemüse oder Fleisch besonders saftig, während außen eine goldbraune, leicht knusprige Hülle entsteht. Perfekt als sättigende Streetfood-Variante.
So lange hält dein Pizzateig:
Pizzateig eignet sich hervorragend zur Vorbereitung und lässt sich problemlos aufbewahren. Mit der richtigen Lagerung bleibt er elastisch, aromatisch und jederzeit einsatzbereit.
Im Kühlschrank:
Haltbarkeit: ca. 2 bis 3 Tage
– Nach dem Kneten den Teig zu einer glatten Kugel formen und leicht mit Olivenöl bestreichen.
– Luftdicht in Frischhaltefolie oder einem verschlossenen Behälter lagern.
– Vor der Weiterverarbeitung etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen, damit der Teig wieder geschmeidig wird.
Im Gefrierschrank:
Haltbarkeit: ca. 2 bis 3 Monate
– Den Teig portionsweise abteilen, zu Kugeln formen und jeweils luftdicht verpacken.
– Zum Auftauen am besten über Nacht im Kühlschrank lagern.
– Anschließend kurz bei Raumtemperatur entspannen lassen, bevor er geformt wird.
Tipp:
Auch bereits geformte Teiglinge oder ausgerollte Pizzaböden lassen sich einfrieren. Ideal, wenn spontan Pizza auf dem Speiseplan steht – einfach belegen, backen und genießen.
* Titelbild: Foto: © Felicity Tai, Pexels.com
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