
Max Herre
Bio- und Diskografie von Max Herre

Musikrichtung: Rap/Hip-Hop, Soul, Jazz
- Herkunftsort: Stuttgart (Baden-Württemberg)
- Nationalität: Deutschland
- Musikkarriere: seit 1993
- Offiziele Website: https://www.facebook.com/MaxHerre/
Biografie:
Max Herre: Vom Stuttgarter Rap-Pionier zur „Athen“-Odyssee
Wer über deutschen Hip-Hop spricht, kommt an einem Namen nicht vorbei: Max Herre. Seit über 25 Jahren prägt der Stuttgarter die Musiklandschaft wie kaum ein anderer. Er ist nicht nur der „Lockenkopf“ von Freundeskreis, sondern ein musikalischer Visionär, der als Solokünstler, Produzent, Labelmacher und Songwriter den Soundtrack einer ganzen Generation geprägt und dabei die Grenzen des Deutschraps immer wieder neu definiert hat.

Die frühen Jahre: Vom „stinkfaulen“ Schüler zum Pionier
Am 22. April 1973 in Stuttgart geboren, deutete zunächst wenig auf eine disziplinierte Karriere hin. Herre selbst bezeichnete sich als extrem faulen Schüler, der zweimal sitzen blieb. Doch während die Schule zur Nebensache wurde, erwachte in ihm eine kreative Urgewalt.
Inspiriert von den Heidelberger Urgesteinen Advanced Chemistry, griff er zum Mikrofon. Nach ersten Gehversuchen mit Bands wie Seedless Jam und dem Projekt Agit Jazz, legte er 1993 den Grundstein für etwas Großes: Er gründete die Kolchose, ein legendäres Künstler-Kollektiv, das Stuttgart zur „Mutterstadt“ des deutschen Raps machen sollte.
Der Freundeskreis-Hype und die „A-N-N-A“-Ära
Gemeinsam mit Don Philippe und DJ Friction hob Max Herre die Band Freundeskreis aus der Taufe – ein Projekt, das weit mehr sein sollte als nur eine weitere Rap-Crew. 1997 markierte das Jahr, in dem alles anders wurde: Der Song „A-N-N-A“ schlug ein wie eine Bombe. Mit über 250.000 verkauften Singles katapultierte das Trio sich nicht nur an die Chartspitze, sondern verpasste dem harten Rap-Image ein völlig neues Gesicht.
Mit dem Debütalbum „Die Quadratur des Kreises“ etablierte Max Herre den sogenannten „Conscious Rap“. Statt auf plumpe Parolen setzte die Band auf intelligente Texte mit politischem Tiefgang, philosophischen Fragen und viel Herz. Tracks wie „Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte“ zeigten Herres lyrisches Talent, komplexe gesellschaftliche Themen in flüssige Reime zu gießen, während der Sound organisch, warm und jazzy blieb.
Esperanto: Wenn Hip-Hop zur Weltsprache wird
Nur zwei Jahre später, im Jahr 1999, folgte mit „Esperanto“ der nächste Meilenstein der deutschen Musikgeschichte. Das Album verkaufte sich über 300.000-mal und war eine mutige Absage an nationale Grenzen.
Durch die Mischung aus Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch bewies die Band, dass Hip-Hop eine universelle Sprache ist. Musikalisch öffnete sich der Horizont noch weiter: Soul-Elemente, Reggae-Vibes und lateinamerikanische Rhythmen verschmolzen zu einem Sound, der bis heute zeitlos wirkt.
Aus dieser kreativen Energie heraus entstand die Vision der FK-Allstars. Dieses gewaltige Kollektiv aus über 15 Musikern – darunter Hochkaräter wie Afrob, Gentleman, Sékou und Brooke Russell – brachte die Studio-Magie live auf die Bühne. Sie spielten auf den größten Festivals Mitteleuropas vor Zehntausenden Menschen und bewiesen, dass deutscher Rap auch als mitreißende Live-Show mit großer Band-Besetzung funktioniert.

Max & Joy: Eine Lovestory in Beats und Soul
Kein Kapitel in Max Herres Leben ist so eng mit der Musik verknüpft wie seine Beziehung zu Joy Denalane. 1999 suchte er eine Stimme für das Duett „Mit Dir“ – und fand die Liebe seines Lebens. Die beiden wurden zum Power-Paar der deutschen Black Music.
Doch der Ruhm hatte Schattenseiten. Genervt vom medialen Rummel – die Bravo taufte ihn spöttisch den „Jesus von Benztown“ – zog sich Herre zurück. Er wurde Vater und agierte im Hintergrund als Produzent für Joys bahnbrechendes Debüt Mamani. Dass die beiden nicht nur privat, sondern auch künstlerisch eine Einheit bilden, beweisen sie bis heute: Nach einer mehrjährigen Trennung (2007–2011) fanden sie wieder zueinander und kündigten am November 2024 ihr erstes echtes gemeinsames Album Alles Liebe an.

Solopfade und ständige Neuerfindung
Als Solokünstler bewies Max Herre eine enorme Wandlungsfähigkeit:
2004: Sein selbstbetiteltes Debütalbum mischt Rock, Soul und Reggae.
2012: Mit Hallo Welt! und dem Hit „Wolke 7“ (feat. Philipp Poisel) meldet er sich im Rap-Olymp zurück.
2013: Er glänzt als Coach bei The Voice of Germany und gewinnt mit seinem Schützling Andreas Kümmert.
2019: Das Album Athen erscheint – eine komplexe, melancholische Reise, die Hip-Hop mit cineastischen Sound verbindet.
Zuletzt überraschte er mit Jazz-Projekten wie WebMax (2021 & 2023) und bewies am Klavier, dass er längst über das Label „Rapper“ hinausgewachsen ist.
2024 folgte die Krönung seines lyrischen Schaffens: Gemeinsam mit Joy Denalane erhielt er den renommierten Fred Jay Preis für herausragende Songtexte.
Ehrliche Geschichten in einer lauten Welt
Max Herre ist der Architekt des deutschen Soul-Raps. Er hat es geschafft, über drei Jahrzehnte relevant zu bleiben, ohne sich dem Mainstream anzubiedern. Seine Texte sind eloquent, gesellschaftskritisch und tief emotional. Ob als Teil der Kolchose, als Frontmann von Freundeskreis oder als Jazz-Pianist – Max Herre bleibt sich treu und erzählt weiterhin „ehrliche Geschichten“, wie er es bei der Verleihung des Fred Jay Preises selbst formulierte.
* Titelbild: Foto: © Facebookseite Max Herre, Shooting für die colorsxstudios
Diskografie:
Freundeskreis:
1997
Die Quadratur des Kreises
1999
Esperanto
2000
En Directo (Live)
Max Herre:
2004
Max Herre
2009
Ein geschenkter Tag
2012
Hallo Welt!
2013
MTV Unplugged – Kahedi Radio Show
2019
Athen
Web Web:
2021
Web Max
2023
Web Max 2
Max Herre & Joy Denalane:
2024
Alles Liebe
5 Songs:
Die Food'n'bass Playlist:
YouTube
Spotify
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