Lura
Samba,  Portugal,  Europa

Lura

Portugal
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Musikrichtung: Morna, Funaná, Batuque, Coladeira, Samba, Zouk & Pop
Biografie:

Maria de Lurdes Assunção Pina, bekannt unter ihrem Künstlernamen Lura, wurde am 31. Juli 1975 in Lissabon geboren. Sie ist eine portugiesische Sängerin mit kapverdischen Wurzeln und hat sich als eine der wichtigsten Stimmen der kapverdischen Musik etabliert.

Ihr einzigartiger Stil verbindet traditionelle Genres wie Morna, Funaná und Batuque mit modernen Einflüssen aus der westafrikanischen und zeitgenössischen Musik.

Lura
Foto: © Produtores Associados
Frühe Jahre und musikalische Entdeckung

Lura wuchs als ältestes von vier Kindern in einem sozial geprägten Viertel Lissabons auf. Ihre Eltern stammten aus unterschiedlichen Inseln der Kapverden – ihre Mutter aus der Insel Santo Antão, ihr Vater aus Santiago.

Trotz der Herausforderungen, die mit einer Kindheit in bescheidenen Verhältnissen einhergingen, zeigte Lura früh eine bemerkenswerte Willenskraft. Sie engagierte sich in verschiedenen Bereichen, von Sport bis Tanz, und war lange unsicher, welchen Weg sie einschlagen sollte.

Ihr musikalischer Durchbruch begann zufällig, als der são-toméische Sänger Juka sie einlud, Backgroundgesang für sein Album aufzunehmen.

Doch anstatt nur im Hintergrund zu singen, ermutigte er sie, ein Duett mit ihm aufzunehmen. Durch diese Erfahrung erkannte sie ihr musikalisches Potenzial und legte den Grundstein für ihre Musikkarriere.

Die ersten Schritte als Musikerin

Mit 21 Jahren nahm sie ihr erstes Album auf, ein von Pop– und Tanzmusik geprägtes Werk, das sich an ihre Generation richtete. Obwohl es kommerziell ausgerichtet war, enthielt es bereits Hinweise auf ihre spätere musikalische Identität. Besonders das Lied „Nha Vida“ erregte Aufmerksamkeit und wurde in die Compilation Red Hot + Lisbon (1997) aufgenommen.

Internationale Anerkennung mit "Di Korpu Ku Alma"

Der Wendepunkt in Luras Karriere kam im Jahr 2000, als sie durch ihr Duett mit Bonga auf dem Lied „Mulemba Xangola“ von der renommierten Plattenfirma Lusafrica entdeckt wurde. Die Zusammenarbeit mit Lusafrica führte zur Veröffentlichung ihres AlbumsDi Korpu Ku Alma (2004), das ihr den internationalen Durchbruch bescherte. Besonders der Song „Na Ri Na“ wurde ein Hit und trug dazu bei, dass das Album weltweit in mehr als zehn Ländern veröffentlicht wurde. In Italien gehörte es im Sommer 2005 zu den meistverkauften Alben, und in England wurde es für die BBC World Music Awards nominiert.

Der angesehene Schriftsteller José Eduardo Agualusa schrieb damals: „Die Zukunft der kapverdischen Musik hat einen Namen – Lura.“ Auch die britische Zeitung The Independent lobte ihre Musik und prognostizierte, dass sie bald Stadien füllen würde.

Erfolg und Weiterentwicklung

2006 wurde Lura für die „Victoires de la Musique“ in Frankreich nominiert und veröffentlichte ihr AlbumM’bem di Fora, mit dem sie ihre internationale Fangemeinde weiter ausbaute. 2009 folgte „Eclipse, das ihre Vielseitigkeit als Musikerin unter Beweis stellte.

2010 brachte Lusafrica „The Best of Lura heraus, eine Sammlung ihrer größten Hits, die auch das Lied „Moda Bô“ enthielt – eine Hommage an ihre große Inspiration, Cesária Évora. Als Évora 2011 verstarb, widmete Lura ihr die emotionale Ballade „Nós Diva„.

Lura
Ausschnitt aus dem Musikvideo "Si Si"
Rückkehr zu den Wurzeln und das Album "Herança"

Nach Jahren des Reisens und Auftretens in der ganzen Welt zog Lura 2014 nach Praia, der Hauptstadt Kapverdes, um ihre kulturellen Wurzeln tiefer zu erkunden. Diese Erfahrung inspirierte ihr Album „Herança (2015), das die authentischen Klänge Kapverdes einfing und mit modernen Elementen kombinierte. Songs wie „Maria di Lida“ und „Sabi di Más“ zeigten ihre Liebe zur kapverdischen Musiktradition und ihre Fähigkeit, diese mit neuer Energie zu beleben.

Lura - portugesische Sängerin
Foto: © justsammystuff
Neuorientierung und aktuelle Projekte

2018 veröffentlichte Lura eine EP mit dem Song „Alguém di Alguém“ sowie ein Duett mit dem französisch-ruandischen Künstler Gaël Faye. Ihr gemeinsamer Song „Crepuscular Solidão“ war eine Hommage an Cesária Évora und wurde live beim Festival Sakifo auf der Insel La Réunion erstaufgeführt.

2021 leitete Lura eine neue Phase in ihrer Karriere ein, indem sie ihr Management wechselte und mit dem portugiesischen Produzenten Agir an einem neuen Album arbeitete. Dieses sollte ihre luso-afrikanischen Wurzeln feiern und gleichzeitig ihre internationale Karriere weiter vorantreiben. Das Album erschien im Oktober 2021 und fiel mit dem 25. Jubiläum ihrer musikalischen Laufbahn zusammen.

 

Multicolor – Ein Album der Vielfalt

Im Jahr 2023 veröffentlichte Lura ihr siebtes StudioalbumMulticolor„. Das Album ist ein musikalisches Manifest für Offenheit, Vielfalt und Respekt gegenüber allen kulturellen und sozialen Unterschieden. Lura selbst beschreibt sich als eine „multifarbige“ Frau mit Wurzeln in Kapverde, Portugal und Brasilien und betont den einzigartigen kulturellen Mix, der ihre Musik prägt.

Die zehn Songs auf Multicolor behandeln Themen wie die Stellung der Frau, Selbstfindung sowie Toleranz und Mitgefühl. Ein besonderes Highlight ist das Duett mit der beninischen Sängerin Angélique Kidjo. Ein weiteres zentrales Thema des Albums ist der Kampf gegen Rassismus. In dem Lied „Preta“ hinterfragt Lura, warum Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe Diskriminierung und Gewalt erfahren müssen. Inspiriert von der Black Lives Matter-Bewegung setzt sie mit diesem Song ein klares Zeichen gegen Ungerechtigkeit.

Erbe und Einfluss

Lura hat sich als eine der bedeutendsten Stimmen der modernen kapverdischen Musik etabliert. Mit ihrer tiefen, sinnlichen Stimme und ihrer einzigartigen Fusion traditioneller und moderner Einflüsse bringt sie die Klänge Kapverdes in die Welt. Sie bleibt eine der prominentesten Förderinnen der Musikstile Morna, Funaná und Batuque und begeistert ihr Publikum mit ihrer Leidenschaft, Authentizität und unermüdlichen Energie.

Diskografie:

1996

Nha Vida

2002

In Love

2005

Di Korpu Ku Alma

2006

M’bem di fora

2009

Eclipse

2010

Best Of 

2015

Herança

2018

Alguem di Alguem EP

2023

Multicolor

5 Songs:
Die Food'n'Bass Playlist:

Spotify

* Titelbild: Ausschnitt aus dem Musikvideo „Si Si“

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