
Kaktusfeige: Stachelig, gesund & exotisch
- Herkunft: Mexiko (Ursprungsland), später durch spanische Conquistadores nach Europa gebracht
- Anbaugebiete heute: Nordafrika (Algerien, Marokko, Tunesien), Mexiko, Italien (Sizilien, Apulien, Sardinien), Spanien, Portugal, Griechenland, Mittelmeerraum, vereinzelt auch Südfrankreich
- Sähzeit (Mitteleuropa): April bis Mai (nach den letzten Frösten) – Aussaat oder Stecklingspflanzung
- Erntezeit (Mitteleuropa): August bis Oktober (je nach Sorte und Klima)
- Wuchsdauer: Ca. 4–6 Monate bis zur Fruchtreife – in warmen Klimazonen kürzer
- Boden & Standort: Vollsonnig, trocken, warm; sandig-steiniger, gut durchlässiger Boden; sehr hitze- und trockenheitsresistent
- Verwendung: Frisch als Snack, in Obstsalaten, Smoothies, Cocktails, Marmeladen, Gelees, Sorbets, Saucen, Tajines; außerdem Verwendung der Kerne für hochwertige Kosmetiköle
- Lagerung: Unreif bei Zimmertemperatur nachreifen lassen; reif 2–3 Tage im Kühlschrank; immer vor direkter Sonne schützen; vorsichtig lagern, da empfindliche Schale
Von Mexiko bis zum Mittelmeer: Die faszinierende Welt der Kaktusfeige
Die Kaktusfeige – auch bekannt als Opuntia-Frucht oder einfach Kaktusbirne – ist eine dieser Früchte, die man selten spontan kauft, aber nie mehr vergisst, sobald man sie probiert hat. Außen wehrhaft mit kleinen, kaum sichtbaren Stacheln, innen saftig, aromatisch und voller Nährstoffe. Sie ist in vielen Ländern ein Sommerklassiker, wird in der mediterranen Küche immer beliebter und sogar in der Kosmetik gefeiert.
Was ist die Kaktusfeige?
Beim Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica) handelt es sich um eine Kaktusart, deren farbenfrohe Früchte als Kaktusfeigen bekannt sind. Ihre ovale Form, leuchtenden Farben – von Grün über Gelb bis knallrot – und ihr erfrischender Geschmack machen sie so einzigartig.
Im Inneren erwartet dich eine saftige, körnige Fruchtfleischstruktur, die an eine Mischung aus Melone, Birne und Kiwi erinnert. Charakteristisch sind die vielen kleinen, harten Kerne, die man problemlos mitessen kann.

Ursprung und Anbaugebiete
Ihre Wurzeln liegen in Mexiko, wo die Kaktusfeige bereits für die Azteken eine unverzichtbare Rolle in der Ernährung, Medizin und Mythologie spielte. Von dort aus gelangte der Feigenkaktus ab dem 16. Jahrhundert durch spanische Eroberer zunächst nach Europa und später in viele wärmere Regionen der Welt.
Heute findet man sie vor allem in:
Nordafrika: Algerien, Marokko, Tunesien – wichtigste Exportländer
Mediterrane Regionen: Italien (Sizilien!), Spanien, Portugal
Amerika: Mexiko, USA (Kalifornien), Chile
Asien: China
Naher Osten: Jemen, Libyen, Syrien
Der Feigenkaktus wächst bevorzugt in trockenen, heißen Zonen und gilt als extrem widerstandsfähige Kulturpflanze. Außerdem dient er vielen Ländern als ökologische Barriere gegen Bodenerosion.

Sorten & Varianten
Die Kaktusfeige gibt es in vielen Farbvarianten, die sich leicht im Geschmack unterscheiden:
Gelbe Kaktusfeige
mild, sehr süß
hohe Saftigkeit
Orangefarbene Kaktusfeige
fruchtig, leicht würzig
in Nordafrika sehr beliebt
Rote Kaktusfeige
besonders aromatisch
intensiv im Geschmack, leicht beerig
Weiße oder grüne Kaktusfeige
weniger süß
eher erfrischend und dezent
Die Größe kann je nach Art zwischen 50 g und 400 g variieren.
Wie isst man die Kaktusfeige?
Obwohl sie köstlich schmeckt, erfordert ihre Zubereitung etwas Übung. Wichtig: Immer vorsichtig sein, da die Schale winzige Stacheln tragen kann.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Mit einer Gabel aufspießen, um direkten Kontakt zu vermeiden.
Beide Enden mit einem Messer abschneiden.
Seitlich längs einschneiden.
Die Schale wie eine Orange abziehen.
Die Frucht frisch genießen.
Kerne können mitgegessen werden – wer sie nicht mag, kann das Fruchtfleisch durch ein Sieb passieren.
Verwendung in der Küche
Extrem vielseitig einsetzbar, lässt sich die Kaktusfeige für viele Gerichte verwenden:
Süße Ideen:
pur auslöffeln
Obstsalate
Smoothies & Säfte
Marmeladen, Gelees, Sirup
Sorbet oder Eis
Fruchtpasten
Kuchen & Törtchen
Herzhafte Gerichte:
in Salaten
zu Ziegenkäse oder Burrata
als Begleitung zu Schinken oder Prosciutto
in Saucen zu Fisch oder Geflügel
in Tajines oder Gemüsepfannen
Getränke & Spirituosen:
Likör
fermentierte Getränke
Essig aus Kaktusfeigen
Auch die Ölgewinnung aus den Samen ist in der Haute Cuisine ein Trend: intensiv nussig, reich an Omega-6-Fettsäuren.
Gesundheitliche Vorteile
Voller gesunder Inhaltsstoffe punktet die Kaktusfeige als echtes Superfood:
Vitamin C
Vitamin B6
Kalzium, Magnesium, Eisen
Viele Ballaststoffe
Antioxidantien
Betalaine (entzündungshemmend)

Positive Wirkungen
stärkt das Immunsystem
fördert die Verdauung
wirkt gegen Verstopfung
hilft, Cholesterinwerte zu senken
stabilisiert den Blutzucker
schützt Zellen vor oxidativem Stress
Mögliche Nachteile
Die Kerne können für empfindliche Mägen ungewohnt sein.
Bei übermäßigem Verzehr kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen.
Menschen mit empfindlichen Händen sollten die Frucht nicht ohne Schutz anfassen (Glochiden!).
Insgesamt ist die Kaktusfeige jedoch sehr gut verträglich.
Tipps zur Auswahl und Lagerung
Beim Kauf:
Reife Früchte sind leicht nachgiebig
Die Schale sollte frei von Stacheln sein
Farbe je nach Sorte kräftig und gleichmäßig
Keine Druckstellen
Lagerung:
Im Kühlschrank hält sie 5–7 Tage
Am besten gut kühlen – sie schmeckt eiskalt am aromatischsten
Bereits geschälte Früchte sofort genießen
Von Salat bis Dessert: Die Kaktusfeige als kulinarisches Highlight
Nicht nur hübsch anzusehen, punktet die Kaktusfeige mit einem unverwechselbaren Geschmack und vielen Superkräften fürs Wohlbefinden. Ob frisch, im Salat, als Dessert oder sogar in herzhaften Gerichten – sie ist ein echtes Highlight für alle, die neue Aromen entdecken möchten.
Wenn du also das nächste Mal eine Kaktusfeige im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt siehst: Greif zu! Mit ein wenig Vorsicht bei der Zubereitung wirst du mit einer aromatischen, süßen und unglaublich vielseitigen Frucht belohnt.
* Titelbild: Foto: © Emilio Sánchez Hernández, Pexels.com
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