
Haviah Mighty
Bio- und Diskografie von Haviah Mighty

Musikrichtung: Rap/Hip-Hop
- Herkunftsort: Toronto (Kanada)
- Nationalität: Kanada
- Musikkarriere: seit 2009
- Offiziele Website: https://haviahmighty.ca/
Biografie:
Haviah Mighty: Die Stimme, die Kanadas Hip-Hop-Regeln neu schreibt
Wer an kanadischen Export denkt, hat oft die glatten Pop-Melodien von Justin Bieber oder den melancholischen Vibe von Drake im Kopf. Doch in den Straßen von Brampton, Ontario, ist eine Künstlerin herangewachsen, die dieses Bild mit messerscharfen Lyrics und einer unaufhaltsamen Energie ordentlich durchschüttelt.
Haviah Mighty ist nicht einfach nur eine Rapperin – sie ist eine Naturgewalt, eine Pionierin und die erste Schwarze Frau, die den renommierten Polaris Music Prize für das beste kanadische Album abräumte.

Von der Klavierbank zum Mikrophon: Die Anfänge
Geboren wurde Haviah am 17. Dezember 1992 in Toronto. Musik war in ihrem Elternhaus kein Hobby, sondern Grundnahrungsmittel. Schon mit vier Jahren nahm sie Unterricht in Gesang und Klavier. Diese fundierte Ausbildung hört man heute in jeder ihrer Produktionen: Haviah versteht Musiktheorie genauso gut wie den Street-Vibe von 50 Cent, einem ihrer größten Einflüsse.
Bereits mit 15 Jahren begann sie, ihre eigenen Beats zu produzieren. Während andere Teenager ihre Freizeit in Malls verbrachten, feilte Haviah an ihrem ersten Mixtape No Studio, das sie mit 17 Jahren unabhängig veröffentlichte.
Ihr Weg führte sie über die Frauen-Rap-Gruppe The Sorority, mit der sie 2016 nationale Bekanntheit erlangte, bevor sie sich endgültig dazu entschied, als Solokünstlerin die Branche im Alleingang zu erobern.
Der Durchbruch: Wenn Wände (und Rekorde) fallen
Der Name Mighty ist bei ihr Programm. Ihr offizielles Debütalbum „13th Floor“ (2019) schlug ein wie eine Bombe. Der Titel ist eine Metapher für Themen, die die Gesellschaft lieber ignoriert – so wie viele Hochhäuser den 13. Stock aus Aberglauben überspringen. Haviah nutzte die Platte, um über den 13. Verfassungszusatz der USA, systemischen Rassismus und ihre eigenen Erfahrungen als Schwarze Frau in Kanada zu sprechen.
Polaris Music Prize: 2019 schrieb sie Geschichte als erste Hip-Hop-Künstlerin, die diesen Preis gewann.
Juno Awards: 2022 legte sie nach und sicherte sich mit dem Mixtape Stock Exchange den Juno für das beste Rap-Album des Jahres.
Sound-Chamäleon: Zwischen Battle-Rap und Amapiano
Was Haviah Mighty so besonders macht, ist ihre Weigerung, in einer Schublade zu bleiben. Auf ihrem 2023 erschienenen Projekt „Crying Crystals“ zeigt sie eine verletzliche Seite. Wo sie früher politische Makro-Perspektiven einnahm, geht sie hier tief ins Private. Es geht um toxische Beziehungen, gescheiterte Träume und die harte Arbeit an der eigenen mentalen Gesundheit.
Musikalisch ist sie dabei eine Grenzgängerin. Inspiriert von ihren jamaikanischen und bajanischen Wurzeln, mixt sie klassische Boom-Bap-Beats mit:
Jersey Club Patterns (wie in „All the Time“)
Amapiano-Vibes (im sinnlichen „Room Service“)
Reggae-Einflüssen (in Kollaborationen mit ihrer Schwester Omega Mighty)

Aktuelle Projekte: Neue Ära, neues Team
Nach einer kurzen strategischen Pause im Jahr 2024 und einem Managementwechsel ist Haviah stärker zurück denn je. Mit Tracks wie „Trendsetter“ (zusammen mit Connor Price) generierte sie allein auf Spotify über 75 Millionen Streams. Ihr neuester Coup „Lucky“ (feat. Shantel May) beweist, dass sie auch den Spagat zwischen hartem Rap und souligen R&B-Vocals perfekt beherrscht.
Haviah Mighty ist eine DIY-Künstlerin durch und durch. Sie produziert, schreibt und performt mit einer Intensität, die ihr Lob von Schwergewichten wie Pitchfork, Rolling Stone und NPR eingebracht hat.

Warum man Haviah Mighty auf dem Schirm haben muss
Haviah Mighty hat bewiesen, dass man nicht aus New York oder L.A. kommen muss, um den globalen Hip-Hop-Diskurs zu prägen. Sie ist die Stimme eines modernen Kanadas – vielschichtig, reflektiert und technisch auf einem Niveau, das viele ihrer männlichen Kollegen alt aussehen lässt.
Wer authentischen Rap sucht, der sowohl den Kopf als auch die Beine bewegt, kommt an ihr nicht vorbei. Sie bricht keine Regeln; sie schreibt sie einfach neu.
* Titelbild: Foto: © Haviah Mighty
Diskografie:
The Sorority:
2018
Pledge
Haviah Mighty:
2010
No Studio Mixtape

2011
#Eighteen EP

2013
Dominant 7eventh EP

2015
Bass Loud Mixtape

2017
Flower City EP
2019
13th Floor
2021
Stock Exchange Mixtape
2023
Crying Crystals
5 Songs:
Die Food'n'Bass Playlist:
YouTube
Spotify
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