Free Congo: Französischer Rap erhebt die Stimme für den Frieden im Kongo
14. März 2025/
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Seit mehr als 30 Jahren leidet die Demokratische Republik Kongo unter schweren Konflikten, insbesondere in der Region Nord-Kivu. Millionen Menschen sind durch Kriege, Rebellionen und humanitäre Krisen ums Leben gekommen, doch in der westlichen Welt bleibt das Leid oft unbeachtet.
Nun hat eine Gruppe prominenter französischer Rapper beschlossen, mit ihrer Stimme auf diese humanitäre Katastrophe aufmerksam zu machen. Ihr Projekt Free Congo ist ein musikalischer Weckruf gegen die anhaltenden Gräueltaten in der Region und fordert ein Ende des Schweigens.
Der Konflikt in Nord-Kivu
Seit 2021 eskaliert die Gewalt in Nord-Kivu erneut zwischen der kongolesischen Armee und den Rebellen der M23. Mit Unterstützung Ruandas konnte die M23 Ende 2024 weitere Gebiete einnehmen und rückt auf die strategisch wichtige Stadt Goma vor. Laut der UN kämpfen über 3.500 ruandische Soldaten an ihrer Seite. Während Ruanda seine Rolle lange bestritten hat, gibt es inzwischen kaum noch Dementis.
Auch andere Länder sind in den Konflikt verwickelt: Während Ruanda die M23 unterstützt, stehen Burundi, Tansania, Malawi, Uganda und Südafrika auf der Seite der kongolesischen Regierung. Die Kämpfe haben seit Januar 2024 über 400.000 Menschen zur Flucht gezwungen, und die humanitäre Lage in der Region spitzt sich weiter zu.
Besonders besorgniserregend ist die Situation in Goma, wo Hunderttausende Binnenflüchtlinge Schutz suchen. Die Stadt ist von den Kämpfen bedroht, und es ist unklar, welche Gebiete unter der Kontrolle der M23 oder der Regierungstruppen stehen. Trotz des angekündigten Abzugs der UN-Mission Monusco befinden sich weiterhin 15.000 Blauhelme in den umkämpften Regionen. Der Konflikt, der seit Jahrzehnten andauert, bleibt ungelöst und fordert immer wieder neue Opfer.
Free Congo – Rap als Protestbewegung
Um auf dieses verheerende Problem aufmerksam zu machen, haben einige der einflussreichsten französischsprachigen Rapper einen Song mit dem Titel Free Congo veröffentlicht. An diesem Track, der am 21. Februar 2025 erschien, beteiligen sich unter anderem Gradur, Damso, Josman, KalashCriminel, Ninho und Youssoupha – Künstler, die selbst kongolesische Wurzeln haben und sich tief mit dem Schicksal ihres Herkunftslandes verbunden fühlen.
Der Song, der als Teil der kommenden Mixtape KONGO von Gradur erscheint, enthält scharfe politische Aussagen und emotionale Verse, die das Leiden der Menschen in Nord-Kivu anprangern. Die Zeilen sind schonungslos ehrlich und prägen sich ein.
Gradur und seine Mitstreiter werfen dem Westen vor, das Leiden der Kongolesen zu ignorieren, und kritisieren internationale Organisationen wie die UN, die es nicht geschafft haben, den Frieden zu sichern.
Mit Free Congo verfolgen die beteiligten Künstler mehrere Ziele. Sie wollen:
Internationale Aufmerksamkeit erzeugen: Die Medienpräsenz für den Krieg in Nord-Kivu ist gering. Durch ihre Popularität hoffen die Rapper, dass die Weltgemeinschaft den Konflikt nicht länger ignoriert.
Solidarität unter der kongolesischen Diaspora stärken: Viele Menschen mit kongolesischen Wurzeln leben in Europa, besonders in Frankreich und Belgien. Free Congo soll sie vereinen und eine starke Stimme für den Frieden im Kongo bilden.
Politischen Druck aufbauen: Indem sie Ruanda und internationale Akteure für ihre Rolle im Konflikt benennen, hoffen die Musiker, politische Veränderungen anzustoßen.
Kunst als Waffe nutzen: Rap war schon immer ein Sprachrohr für soziale und politische Anliegen. Durch ihre Musik können die Künstler ein breites Publikum erreichen und Bewusstsein für die Situation schaffen.
Rap mit Botschaft: Ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit
Free Congo beweist einmal mehr, dass Rap mehr als nur Musik ist – er ist eine Protestbewegung, ein Appell und ein Mittel, um Ungerechtigkeiten anzuprangern.
In einer Zeit, in der viele Menschen sich machtlos fühlen, setzen Gradur, Damso, Josman, Kalash Criminel, Ninho und Youssoupha ein klares Zeichen: Sie nutzen ihre Plattform, um die Stimme derer zu verstärken, die nicht gehört werden.
Das Projekt reiht sich ein in eine wachsende Bewegung innerhalb des Hip-Hop, soziale Missstände aufzuzeigen und sich für Veränderung einzusetzen. Die Frage bleibt: Wird die Welt diesmal zuhören?
Kontroverse um das Free Congo-Konzert
Ein für den 7. April in Paris geplantes Benefizkonzert, an dem unter anderem die kongolesischen Rapper Gims und Youssoupha sowie die beninische Sängerin Angélique Kidjo teilnehmen sollten, wurde aufgrund der gewählten Datumsauswahl zur Zielscheibe einer Kontroverse. Der Termin fiel mit dem internationalen Gedenktag an den Völkermord an den Tutsi in Ruanda 1994 zusammen, was zu Protesten innerhalb der ruandischen Diaspora führte. Die Organisation Ibuka France, die Überlebende des Genozids vertritt, kritisierte das Datum als unsensibel und warnte vor einer Instrumentalisierung des Gedenktages.
Auch die UNICEF, die die Einnahmen des Konzerts für humanitäre Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo erhalten sollte, forderte eine Verschiebung der Veranstaltung. Sie betonte die Dringlichkeit der Krise im Osten des Kongo, räumte jedoch ein, dass ein Konzert an diesem Tag nicht mit einer Gedenkveranstaltung vereinbar sei. Die Diskussion um das Event zeigt, wie tief die politischen Spannungen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda nach wie vor sind.
Die Food'n'bass Playlist:
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