
Blick Bassy
Bio- und Diskografie von Blick Bassy

Musikrichtung: Jazz, Soul, Afro-Folk
- Herkunftsort: Yaoundé (Kamerun)
- Nationalität: Kamerun
- Musikkarriere: Seit 1996
- Offiziele Website: https://www.facebook.com/blickbassy/
Biografie:
Blick Bassy: Die Stimme des modernen Kamerun zwischen Tradition und Afro-Folk
In der globalen Musiklandschaft gibt es Künstler, die Unterhaltung bieten, und es gibt solche, die Welten erschaffen. Blick Bassy gehört zweifelsfrei zur zweiten Kategorie. Der 1974 in Yaoundé, Kamerun, geborene Multiinstrumentalist ist weit mehr als nur ein Musiker: Er ist Archivar der Geschichte, gefeierter Autor und einer der mutigsten Visionäre der afrikanischen Independent-Szene.
Mit seiner glasklaren Stimme und einem unverwechselbaren Sound-Mix aus Jazz, Soul und Afro-Folk zeigt er uns, wie das Afrika von morgen klingen kann, ohne seine Wurzeln zu vergessen.

Von dem Sound Mintabas auf die Weltbühne
Kontrastreich und prägend gestaltete sich bereits Bassys Kindheit. Während er in der geschäftigen Hauptstadt Yaoundé aufwuchs, schickten ihn seine Eltern im Alter von zehn Jahren für zwei Jahre in das Dorf seiner Großeltern nach Mintaba.
Inmitten der Natur, fernab vom urbanen Trubel, tauchte er tief in die Bräuche der Bassa-Ethnie ein. Er lernte zu jagen, zu fischen und – was für seine spätere Karriere entscheidend sein sollte – er entdeckte die traditionellen Rhythmen wie den Assiko oder den Bolobo.
Gegen den Widerstand seines Vaters entschied er sich früh für die Kunst. Bereits mit 17 Jahren gründete er seine erste Band, bevor er 1996 mit Macase den ersten großen Durchbruch feierte. Die Gruppe fusionierte Bantou-Rhytmen mit Jazz und Soul und räumte internationale Preise ab. Doch das Korsett einer Band wurde dem rastlosen Geist bald zu eng. 2005 zog es ihn nach Paris, um seine Vision als Solokünstler radikaler umzusetzen.
Eine Diskografie wie ein Geschichtsbuch
Blick Bassys Solopfade sind geprägt von einer stetigen Entwicklung. Sein Debütalbum Léman (2009) war eine sanfte Reise durch verschiedene Sprachen und Kontinente. Doch mit den Nachfolgewerken bewies er, dass seine Musik auch politisch und tiefgründig sein kann:
Hongo Calling (2011): Hier spürte er dem Hongo-Rhythmus nach und zog Parallelen zwischen kamerunischen Sklaven und der Musik Brasiliens.
Akö (2015): Ein minimalistisches Meisterwerk. Der Track „Kiki“ wurde weltbekannt, als Apple ihn für eine iPhone-Kampagne auswählte – der Moment, in dem Bassys intimer Sound den Mainstream erreichte.
1958 (2019): Dieses Album ist eine Hommage an Ruben Um Nyobé, einen Helden des kamerunischen Widerstands gegen die Kolonialzeit. Es brachte ihm den renommierten Grand Prix SACEM ein und festigte seinen Ruf als politischer Vordenker.
Mádibá: Eine Hymne an das Leben und das Wasser
Sein Album aus dem Jahr 2023 Mádibá zeigt Bassy auf einem neuen künstlerischen Gipfel. In zwölf Songs, die fast wie Fabeln wirken, widmet er sich dem Thema Wasser – ein Symbol für Energie, aber auch ein Mahnmal für die Klimakrise.
Die Arrangements sind feiner denn je: Transparente Gitarren treffen auf dezente Synthesizer und sanfte Bläser. Besonders der Track „Nop“ zelebriert die Ankunft des Regens nach der Dürre und erinnert an die pure Freude der Kindheit. Seine Musik steht für modernen afrikanischen Sound, angesiedelt zwischen Soul, Folk und Pop.

Mehr als nur Musik: Der Literat und Aktivist
Bassy lässt sich nicht in eine Schublade stecken. 2016 bewies er mit seinem Debütroman „Le Moabi Cinéma“ (erschienen bei Gallimard), dass seine Erzählkraft auch auf Papier funktioniert. Er gewann prompt den Grand Prix littéraire d’Afrique noire. In seinen Texten warnt er oft vor den Trugbildern des Westens und ermutigt die afrikanische Jugend, ihre eigene Identität neu zu definieren.
Sogar auf politischer Ebene findet seine Stimme Gehör: 2023 ernannte ihn der französische Präsident Emmanuel Macron zum Co-Direktor einer Kommission, die die Rolle Frankreichs während der Kolonialzeit in Kamerun aufarbeiten soll. Ein Beweis dafür, dass Bassy ein Künstler ist, der Verantwortung übernimmt.
Der Architekt der afrokulturellen Zukunft
Blick Bassy ist eine Ausnahmeerscheinung. Er verbindet die Melancholie des Soul mit der Leichtigkeit des Jazz und der Schwere historischer Gerechtigkeit. Seine Musik fröstelt nicht nur die Haut, sondern berührt die Seele. Wer nach einem Soundtrack für ein modernes, selbstbewusstes und poetisches Afrika sucht, kommt an Blick Bassy nicht vorbei. Er ist der Beweis, dass man am weitesten blicken kann, wenn man fest auf dem Boden seiner eigenen Geschichte steht.
* Titelbild: Foto: © Blick Bassy
Diskografie:
2009
Léman

2011
Hongo Calling
2015
Akö
2019
1958
2023
Mádibá
2024
Mádibá Ni Mbondi
2024
Blick Bassy on Audiotree Live EP
5 Songs:
Die Food'n'Bass Playlist:
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Excellent Article , concis et précis ! Merci
Antwort von Food'n'Bass
Merci beaucoup Manuela ! Ravi que l’article sur Blick Bassy vous ait plu 🙏
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